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BUDDHISMUS HEUTE
Aus: Buddhismus Heute Nr. 51, (Sommer 2012)

"Reiselehrer – spannende Freunde, denen ich vertraue"

Ein Interview mit Lama Ole Nydahl

Im Jahr 2010 machte Lama Ole Nydahl öffentlich zwei in Kombination nachdenklich stimmende Aussagen. Einmal sagte er sinngemäß: "Wenn ich plötzlich sterben würde, hättet ihr nur noch Caty und die Reiselehrer" und einige Zeit später: "Zwei Drittel meiner Reiselehrer haben versagt." Anlass für die Redaktion der Buddhismus Heute, Lama Ole Nydahl zu diesem Thema zu befragen.

Die sogenannten "Reiselehrer" sind Schüler von dir - weltweit sind es über 200 - die du autorisiert hast, in deinem Namen zu lehren. Wer wird "Reiselehrer", was sind deine Kriterien dazu?
Ich wähle sie nach ihrer Lebenserfahrung, ihrer Freundschaft, ihrer Lern- und Sprachfähigkeit, ihrem Mut und ihren Reisemöglichkeiten aus. Haben sie noch dazu die Grundübungen geschafft, meditieren auf die Karmapas, können die für uns wichtigen Lehren und Bücher näherbringen, besitzen ein gutes Allgemeinwissen und können sich politischen Fragen sinn- und kraftvoll stellen, sehe ich künftige Mitarbeiter.
Kürzer gesagt: Es sind spannende Freunde, denen ich vertraue. Sie können auftauchende Bedingungen nutzen und in eine sinnvolle Richtung bringen.

Die meisten Reiselehrer haben keine formale buddhistische Ausbildung, kein Dharma-Studium oder Meditationsausbildung, durchlaufen. Was sagen die tibetischen Lehrer dazu?
Die ergebnissuchenden Tibeter freuen sich, dass unsere abstrakte westliche Ausbildung mit genügend Lebenserfahrung verbunden so fließend zur Sichtweise des Großen Siegels führen kann und dass der Diamantweg so vielen Menschen mit gutem Karma einen Zugang zum Wesen ihres Geistes bietet.

Gibt es eine Hierarchie unter den Reiselehrern? Einige von ihnen lehren ja seit mehr als 20 Jahren, andere sind ganz frisch; manche haben viel gelernt und meditiert, andere weniger ...
Klar - wer mehr kann, wird uns vielseitiger vertreten können, aber es gibt weder Streifen an den Ärmeln noch Sternchen auf den Schultern. Reiselehrer sollen sich als Gruppe verstehen und wissen, wer welches befragte Gebiet besser kennt und das benötigte Wissen von ihm einholen und in besonderen Fällen demjenigen den Vortrag anbieten.

Hannah und du haben Aussagen gemacht wie "Reiselehrer sollen Information geben, keinen Segen". Hat die Funktion eines Reiselehrers irgendwas mit Realisation zu tun?
Gut, wenn sie sie haben, aber das ist nicht die entscheidende Frage. Wichtig ist, ob Reiselehrer genügend Erfahrung haben, um Wissen und Mittel klar weitergeben zu können.

Du scheinst sehr viel Vertrauen in die Reiselehrer zu setzen. Aber du erlaubst ihnen zum Beispiel nicht, Zuflucht und Lungs1 zu geben oder Bücher über Buddha-Aspekte2 zu schreiben. Was ist der Grund dafür?
Hannahs und meine Aufgabe war - und ist - auch bei riesigem Wachstum alles genau im Segensstrom des 16. und mittlerweile 17. Karmapas zu halten. Zu diesem Zweck muss alles, was wir vermitteln, höchste Güte sein. Die Übertragungen zu den Diamantwegübungen dürfen nicht verwässert oder kopflastig werden und ihre Erhaltung setzt deswegen klare Bedingungen wie die mündliche Übertragung von einem erfahrenen Lehrer zum Schüler voraus. Wir arbeiten hier mit Starkstrom, der auch in der Zukunft sowie in künftigen Leben unsere Freunde beeinflussen wird.
Ich wurde bis heute nicht gebeten, die Zuflucht weiterzugeben und denke auch, dass es gut ist, wenn die meistmöglichen bei uns die gleiche Quelle haben.
Ein Herr aus Sizilien hat vor 15 Jahren selbsttätig begonnen, Zuflucht zu geben, aber er hat heute nichts mehr mit uns zu tun.

Haben die Reiselehrer über das Lehren hinaus eine besondere Rolle in der Diamantweg-Organisation, die sie von den "normalen Freunden" in der Sangha unterscheidet?
Reiselehrer haben die gleichen Aufgaben wie alle. Darüber hinaus unterrichten sie und schicken mir Übersichten von ihren Reisen, halten mich im Bilde und verbinden Nah und Fern.

Einige deiner Reiselehrer haben das Gefühl, dass sie in ein paar Stiefel gestellt werden, die ihnen erst mal eine Nummer zu groß sind. Du gibst also erst mal viel Vertrauensvorschuss und schaust dann später, wie sich alles entwickelt hat?
Ja, man lernt Fallschirmspringen beim Fallschirmspringen und Lehren beim Lehren. Bei meiner Lebenserfahrung vertraue ich meiner Fähigkeit zu wissen, wie viele Runden im Ring jeder schafft, und bis jetzt blieb derjenige, der seine Bände hielt, dabei. Der Schutz unserer Linie ist sehr stark und kehrt jede Erfahrung früher oder später in Einsicht um.

Gibt es eine Qualitätssicherung, checkst du die Lehrer regelmäßig?
Ich kenne meine nahen Schüler sehr gut und verfolge ihre Entwicklung. Bei den verschiedensten Begegnungen und gemeinsamen Reisen kommt man sich so nah, dass ich genau sehen kann, wo wer gerade steht. Wer nicht genügend weiß, erkennt das sehr schnell beim Lehren selbst oder bekommt es später von den Freunden und Kollegen gespiegelt.

Wie funktioniert die "Reiselehrer-Kaderschmiede"? Gibt es regelmäßige Treffen mit dir?
Wir sind inzwischen ein lebendes Kraftfeld geworden. Wer meine Streamings schaut wird wissen, was gerade anliegt. Nichts hilft uns heute mehr in der Arbeit als E-Mails, Buddhismus Heute, das ganze Internet und vor allem die verschiedenen jährlichen Zentren- und Reiselehrertreffen. So bleibt die Arbeit auf allen Ebenen überschaubar.

Was erwartest du von ihnen? Was macht einen "guten" Reiselehrer oder Reiselehrerin aus?
Die Menschen zu mögen, zu wissen was lief und läuft, unsere zeitlosen Lehren zu kennen und vertreten, die Verbindungen zu halten, wenn nötig Fragen zu stellen und sein Bestes zu tun; auf allen Ebenen langfristig darauf zu achten, ob unser Verhalten die Wesen freisetzt oder einengt.

Du hast ja schon immer sehr Freundschaft und ein Familiengefühl als Basis der von dir betreuten Zentren betont. In letzter Zeit betonst du nun auch zunehmend, dass die Reiselehrer Solidarität zeigen sollen. Was hat es damit auf sich?
Solidarität heißt, sich gegenseitig zur Seite zu stehen und zu helfen, wenn etwas unverständlich oder schwierig ist, also nicht denken, man müsse alles im Alleingang schaffen. Es heißt auch, sich nicht mit besonderen Angeboten vor die Kollegen zu stellen, vor allem nicht selbstgewählte. Es ist ja kein Wettbewerb oder Streben nach Ansehen. Bauen bei uns hoffnungsvolle Lehrer "eigene" Gruppen auf, wünschen wir ihnen jedes Glück, vermitteln sie aber nicht weiter.

Reiselehrer machen sicher auch mal Fehler. Wo wäre die Grenze erreicht, dass du vielleicht mal jemanden "rausschmeißt" und wie oft ist das schon vorgekommen?
Ein Tschüss gibt es, wie eben erwähnt, nur bei Untergrabung der Solidarität oder wenn man einer unseren Gruppen "besondere" Übungen gibt, die wir im Diamantweg nicht verwenden, vermutlich um sie an einen selbst zu binden. Der größte Feind in der Arbeit war immer zu viel Stolz.

Was ging in solchen Fällen schief? Hattest du dich von Anfang an getäuscht oder hat es sich einfach anders entwickelt als du gehofft hast?

Die Freunde haben ihre Aufgabe zu persönlich genommen. Sie erlebten das Lob und die erfüllten Gesichter als eigenen Verdienst anstatt zu sehen, dass es am Segen und Kraftfeld der Linie liegt. Einige Alte sind auch gegangen, weil sie meine Einstellung zum Islam mit ihrem Gutmenschentum nicht vereinen konnten oder weil Verbindungen zu anderen Lehrern stärker wurden.
Ich bin diesem Zusammenhang immer dankbar, wenn die Freunde Angebote von anderen Schulen oder Lehrern im Privaten versuchen und nicht darüber reden. Das erspart unnötige Verwirrung und Gerede und wenn ein Schüler dann geht, hat er meinen vollen Segen.

Kommen wir zurück zu deiner Aussage: Zwei Drittel deiner Lehrer haben versagt. Das ist das erste Mal, dass du öffentlich eine sehr kritische Aussage über Reiselehrer machst. Was ging schief?
"Versagen" war ein neu gelerntes deutsches Wort für mich und ich wusste erst als ich die Gesichter im Saal sah, wie stark es ist. Es sollte bedeuten: mehr angebunden zu sein; sie könnten mehr tun, häufiger zu unseren Treffen kommen, mit mir reisen, Zeit im EC verbringen usw. Obwohl etwas im Ausdruck übertrieben, wurde es aber ein guter Ansporn.

Hast du einzeln mit ihnen geredet, bekommen sie ein persönliches Feedback?
Ein paar haben nachgefragt, wie üblich diejenigen, die schon ihr Bestes geben, und wer betroffen war, hat sicher dazu gelernt. Das Feld ist seither belebter.

Deine Frau und du haben die weltweit größte buddhistische Organisation aufgebaut, und du hast zigtausende von Schülern. Bisher ist allerdings niemand in Erscheinung getreten, der oder die auch nur annähernd dein Format hat, oder? Gibt es "Schläfer", die sich erst zeigen werden, wenn es anliegt?

Hannah und ich gewannen riesige Kraft, als uns der große 16. Karmapa 1981 verließ, und wenn mein Schatten vor der Sonne wegfällt, wird es ähnlich sein. Sterben Segensträger, geht die Kraft auf überzeugende und gut zusammengeschweißte Schüler weiter, und unsere zeitlosen wie praktischen Einsichten werden bestens und mit dem Segen der Karmapas weitergeführt. Die vielen, die heute an meiner Seite unsere Richtung leiten, sind in keiner Weise am Ende ihrer Entwicklung und werden fähig, den ganzen Reichtum idealistisch und als Freunde weiterzuleiten.

In den letzten Jahren wird in deiner Organisation viel über "Übertragung" gesprochen3. Geben Reiselehrer "Übertragung"?
"Übertragung" heißt bei uns etwas Ganzheitliches zu vermitteln, was über das Persönlich-Eingeengte hinausgeht und Augenblicke der Befreiung ermöglicht. Es fußt auf wirklicher Einsicht in das Wesen des Geistes und zeigt Wege unserer Linie, die diese Erkenntnisse bieten.
Der Linie anzugehören heißt, diese Kraft und Tiefe so weiterzubringen, wie die Zeiten und Kulturen es weltweit ermöglichen. Und dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit unseren Freunden vor Ort. Jedes gute Beispiel jenseits von Grenzen zeigt den Reichtum unserer Übertragung.
Der indische Verwirklicher-Buddhismus musste in Tibet tibetisch werden und der tibetische wird bei uns europäisch. Es ist zwar immer derselbe und zeitlose Diamant von letztendlichen Lehren, aber er leuchtet in den Farben der ihm unterliegenden Länder und Bräuche.

Deine Schüler hoffen natürlich, dass du noch lange lebst, und du selbst kündigst ja auch immer an, dass das wohl so sein wird. Aber schon seit vielen Jahren, spätestens nach deinem beinahe tödlichen Fallschirmunfall 2003 wirst du oft gefragt, wie es nach dir einmal weitergehen soll. Magst du deine Sicht dazu erklären?

Der Segen der Karmapas und unserer Linie ist ein uferloses Meer, das jenseits von Zeit und Ort dem Raum innewohnt. Er wird schon jetzt von unzähligen lebenserfahrenen und selbständigen Kagyüs getragen und wird sich undogmatisch wechselnden Begebenheiten anpassen können. Wenn ich dann als sommersprossiger Krachmacher wieder erscheine, wird es nochmals häufiges Kopfschütteln geben - aber auch neue Sprünge vorwärts. Bleiben wir an der breiten Brust unserer Guru-Yogas, ist das gesichert!

Du sprichst von den Reiselehrern und von deiner früheren Freundin und jetzigen Assistentin Caty Hartung als denen, die die Organisation weiterführen würden. Was wäre dann die Rolle von Karmapa, Shamarpa und anderen tibetischen Rinpoches?
Unsere Arbeit weltweit ist mit unseren tibetischen Linienhaltern abgesprochen und hat ihren Segen. Sie verstehen, dass die selbständigen Diamantwegmenschen nur im jetzigen freien Stil werden weiterarbeiten und sie sinnvoll unterstützen können. Es sind ja Yogis in der Einstellung und fähige Laien im Leben. Wer bei uns ist, will die Lehre durch ein volles Leben verwirklichen. Wir sind zu viele, um an unserer gewohnten Arbeitsweise zu rütteln - das wäre höchst unweise. Sie entspricht den Wünschen des großen 16. Karmapa, meinen und Hannahs und erfährt die Unterstützung und den Segen des heutigen Karmapa Thaye Dorje.

Was ist das Besondere an der Diamantweg-Organisation, das du gerne über deine Lebenszeit hinaus bewahrt sehen würdest? Was sollten die Reiselehrer dafür tun?
Der offene, freie Stil "flacher" Hierarchien zeigt sich, wenn jeder sein Bestes in die Gruppe einbringen kann und Fachleute - gerne auch von anderen Zentren - für das Praktische hinzugezogen werden (ansonsten raubt tägliches Geschwätz die Zeit und Freude für Meditation und Zusammenarbeit).
Das besondere Kennzeichen für den Diamantweg sind vor allem unsere Guru-Yogas, die bei jeder Begegnung vom 16. Karmapa an uns und unsere Zentren gegeben wurden. Zusammen mit den Grundübungen und der alles übergreifenden Sichtweise des Großen Siegels bilden sie die Grundlage. Runde, reife Menschen werden jedoch erst dann entstehen, wenn Meditation, Sangha (gemeinsames Arbeiten und üben), Dharma (Belehrungen hören und lesen, richtige Sichtweise), Lama (Mitreisen und Zeit verbringen - auch kurz) und normales Leben (erfüllende Beziehungen, gesunde Arbeitsverhältnisse) gleichmäßig zur Entwicklung genutzt werden.
Wer sich nur einzelnen dieser Bereiche widmet, will oft von etwas weg und wirkt erfahrungsgemäß schon zu Beginn etwas komisch, was sich mit der Zeit gerne verstärkt. In der heutigen Welt ist extreme Einseitigkeit wenig nützlich bzw. anziehend. "Heilig" sein heißt heute bei Nicht-Mönchen, rundum fähig zu sein.

Du warnst auch immer wieder davor, zu viele unterschiedliche Lehrstile in die Diamantweg-Organisation hineinzumischen. Warum ist das so, und was ist hier die besondere Rolle der Reiselehrer?

Schon 1970 drückte Kalu Rinpoche das mehrmals und mit Nachdruck aus: Eine Richtung mag sein wie Bier, eine wie Milch, eine wie Wasser und eine wie Fruchtsaft oder Wein; jede für sich kann den Durst löschen, aber werden sie gemischt, trinkt sie keiner.
Dies bedeutet keineswegs, dass jeder Buddhist oder Kagyü die gleichen Mittel verwenden soll - jede Religion zivilisiert unterschiedliche Arten von Menschen - aber es ist unsere gemeinsame Verantwortung, das Besondere an unserem Diamantweg früh zu erwähnen, damit kostbare ursprüngliche Offenheit und Zeit nicht verschwendet werden. Ich wähle als Reiselehrer diejenigen aus, die uns vertreten und man spürt das sofort im Saal. An einer Stelle tief zu graben bringt Ergebnisse.

Es gab immer wieder Briefe von dir, in denen du auf mögliche Fehlentwicklungen aufmerksam gemacht hast, mit kleinen Richtungskorrekturen. Deine Schüler vertrauen dir natürlich, aber hältst du es für realistisch, dass nach deiner Zeit ein Rat deiner näheren Schüler ein solches Vertrauen genießen könnte?
Bestimmt. Caty und eine ganze Reihe von fähigen Menschen lösen schon heute viele von den täglichen Aufgaben und zwar bestens. Ich sehe keinen Grund, dass das aufhören sollte.
Unser Gerüst steht auf äußeren wie inneren Ebenen fest und wird auch gesellschaftliche Krisen überstehen können. Im Segensstrom unserer Linie, über Marpa, Milarepa, Rechungpa, Gampopa sowie den Karmapas und Shamarpas spüren unsere übenden Freunde, dass sie nicht nur älter, sondern auch weiser werden; glücklicher, furchtloser und überzeugender.
Die nach mir und unseren jetzigen Verantwortungshaltern kommen werden, sind sicher schon jetzt heranwachsende Freunde und werden sich mit Hilfe des Guru-Yogas entwickeln und das meiste unserer Sichtweisen teilen.
Übrigens bin ich kerngesund.

Vor einigen Jahren stand in einer akademischen Studie über die Diamantweg-Organisation der Satz: "It is hard to foresee how a clash between the organizational leaders in power and the yet to be appointed spiritual successors can be avoided." Gibt es diese Trennung zwischen den Leitern der Organisation und einer spirituellen Führung?
Professor Burkhard Scherer, der dies schrieb, kennt uns inzwischen besser. Es gibt verschiedene Aufgaben für unterschiedliche Begabungen, aber vor allem eine dicke Freundschaft zwischen uns allen. Streit zwischen geistiger Führung und den Leitern der praktischen Arbeit gab es nie und eigentlich sollte ja jeder bei einer gemeinnützigen Arbeit wie der unseren einen Überblick haben. Wo ich hinschaue, vertrauen wir uns und arbeiten als Freunde zusammen. Wir haben Freude daran, dass alle das tun, was sie am besten können. Ich erlebe die Menschen immer an der für sie gerade richtigen Stelle in unserem Kraftkreis.

Wo steht die Diamantweg-Organisation zurzeit, im Jahr 2011? Sie ist riesig groß geworden, gut durchorganisiert, finanziell gesund, im Allgemeinen gesellschaftlich anerkannt usw. Gibt es etwas, worauf deine Schüler aber gerade jetzt aufpassen müssen, irgendwelche Gefahren?
Wir dürfen keine Klassengesellschaft oder Hierarchien unter uns aufbauen, aber schon eine Meritokratie. Die Menschen, die mehr leisten und Erfahrung besitzen, haben auch mehr Einfluss. Grundsätzlich müssen wir an unseren zeitlosen Angeboten nichts verändern. Mit Entspanntheit, steifer Oberlippe und Freude wird der Diamantweg unendlich wachsen.

1: Übertragung durch Lesen
2: Siehe Brief von Lama Ole Nydahl in Heft 50, Seite 34
3: Siehe auch Interview mit Lama Ole Nydahl in Heft 49


Im Gespräch mit Lama Ole Nydahl: Claudia Knoll und Detlev Göbel


Lama Ole Nydahl
ist ein buddhistischer Lehrer mit zehntausenden Schülern in aller Welt. Während der Hochzeitsreise mit seiner Frau Hannah begegneten sie 1968 dem 16. Gyalwa Karmapa, dem Oberhaupt der Karma-Kagyü-Schule des tibetischen Buddhismus. Der 16. Karmapa beauftragte die beiden, im Westen den Diamantweg-Buddhismus zu lehren und buddhistische Zentren zu gründen. Seitdem ist er ständig weltweit unterwegs, um Vorträge zu halten, Meditationskurse zu leiten und buddhistische Zentren zu betreuen. Mittlerweile hat Lama Ole Nydahl mehr als 600 Meditations- und Studienzentren der Karma-Kagyü-Linie gegründet und ist damit der wohl bekannteste westliche buddhistische Lehrer. Mehr als 150 Zentren und Gruppen befinden sich im deutschsprachigen Raum, womit die Karma-Kagyü-Linie eine der populärsten buddhistischen Traditionen im Westen geworden ist.

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